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Super-8 Filme - nächste Schritte

2009

Wie verfahre ich jetzt weiter mit den digitalisierten Filmen?

 

Ich habe mich mittlerweile durchgerungen, mir das Filmbearbeitungsprogramm “Magix Video deluxe 16 Plus” zu kaufen. Vorher hatte ich schon mit zwei anderen, keineswegs schlechten, Filmbearbeitungsprogrammen zu tun (Canopus Ultra Edit-2 und Aist Movie Pack Pro 4.0; zum Brennen mitsamt Menü und Kapiteln öfters Nero). Aber gerade aufgrund des Vergleichs kann ich sagen: ich halte Magix für wirklich empfehlenswert. Es ist äußerst differenziert, clever aufgebaut und hat reichlich Funktionen, die man gut gebrauchen kann - und eine Menge mehr. Das einzige, was ich noch vermisse, ist eine Film- und Bildreinigungsfunktion. Eine sehr gute erste Einführung in das Programm habe ich erhalten durch:

Magix Video deluxe 15. Das Training für den perfekten Videoschnitt (Holger Haarmeyer von Galileo Press).

Wenn man immer nach jedem Arbeitsschritt abspeichert, kann einem auch ein dauerhaftes Einfrieren von Magix zwischendrin, was bei mir keineswegs selten ist, nichts anhaben. Mit anderen Worten:                      die folgenden Darlegungen beziehen sich bezüglich Filmbearbeitung auf dieses Magix-Programm.

Ich setze im folgenden schon gewisse Grundkenntnisse, wie sie etwa von Haarmeyer (siehe oben) vermittelt werden, voraus.

Zunächst muß der betreffende Film mal in Magix geladen werden. Auch eine VOB-Datei (einer DVD) wird von Magix akzeptiert. Dann ergeben sich für mich (in der Reihenfolge) die folgenden Arbeitsschritte. Bei mir läuft übrigens alles über die ‘Timeline’ und nix über das ‘Storyboard’, da ich nicht einzelne, vorher gesondert abgespeicherte, Szenen auf ‘kreative’ Weise mit anderen solchen Szenen arrangieren will, sondern die Reihenfolge des Films mit seinen  Szenen weitgehend so belasse wie sie ist. Bei der Timeline benutze ich virtuos Strg 1, 2, 3, 4, 5, um von der Einzelframe-Sicht über die Sekundensicht bis auf die Gesamtfilm-Sicht je nach Bedarf hin- und auch wieder zurück zu schalten.

00. Tonspur beseitigen. Magix speichert den Film zusammen mit einer Tonspur ab. Da bei einem tonlosen Super-8 Film diese Spur keine Funktion hat, wird sie gelöscht mit Hilfe des Schloßsymbols auf Spur 1. Das sollte man übrigens schon ganz am Anfang machen - sozusagen als No.00 der Arbeitsschritte.

01. Ränder beschneiden.  -> Effekte (rechts die Effekte!) -> Bewegungseffekte -> Ausschnitt/Zoom (4:3 beibehalten) -  dann rumprobieren, was der beste Ausschnitt ist ohne schwarze Ränder. Gewöhnlich muß man vom oberen Bildteil einiges opfern, was aber nicht schlimm ist, da sich dort sowieso einiges störende Gerümpel befindet.

02. Filmverbesserung. Entweder den ganzen Film verändern oder nur markierte Stellen. Irritierenderweise hat Magix zwei verschiedene Menü-Titel mit “Effekte” bezeichnet. Einmal links oben, dann rechts oben. Wenn man links oben -> Effekte -> Effekteinstellung Film geht, so gelten diese Einstellungen für den gesamten Film. Man sollte sparsam mit diesen Effekten (Kontrast, Farbe, Schärfe usw.) umgehen, da sie mit Bildrauschen (dieses Gegrusel im Film) erkauft werden. - Geht man rechts oben -> Effekte -> Videoeffekte, so kann man diese benutzen für ausgewählte Filmstellen, was natürlich praktisch ist. Außerdem kann man nur hier rechts (irgendwo) einen Weißabgleich herstellen, d.h. das gesamte Farbbild an einer möglichst rein weißen Farbe, einem weißen Hemd beispielsweise, orientieren, womit man unter Umständen (keineswegs immer) Farbstiche (Grünstich etwa) auf elegante Weise los wird. Aber es gibt ja auch noch die Farbveränderung, um einen Farbstich für den ausgewählten Filmteil zu verändern. Auswahl mit Hilfe der vorherigen Rasierklingen-Abtrennung des speziellen Filmteils.

03. Einzelbilder extrahieren. Was ich bei der digitalen Bearbeitung von Super-8 Filmen besonders wertvoll finde, das ist das Herausfiltern von speziellen Einzelbilder-Nuggets aus einem Filmfluß. Dazu hat Magix die nicht hoch genug zu schätzende Funktion der (problemlosen!) automatischen Einzelbildabspeicherung für den gesamten Film: -> Datei -> Film exportieren -> Video als Folge von Einzelbildern. Diese Folge wird als 1,2 MB große bmp-Dateien abgespeichert. Wenn da etliche tausend von zusammenkommen (bei einem Film von 20 Minuten sind das 20x60x25 = 30.000 Bilder!), so geht schon mancher Computer gerne mal eine Zeit lang in die Grätsche, wenn man das Verzeichnis mit den bmp-Dateien öffnen will. Jedenfalls wandele ich diese Einzelbilder mit der Batch-Funktion von IrfanView in 200-300 KB große jpg-Dateien um. Das geht relativ schnell und die Bildqualtität ist m.E. völlig ausreichend. - Zum Thema Einzelbilder gibt es eine gesonderte Untersite.

04. Start des Films: der Titel. Rechts oben findet sich eine Rubrik ‘Titel’. - Für den allerersten Anfang, um den Filmtitel aufzuführen, wähle ich mir gerne -> Titel -> Standard -> 3D-Lauftext aus. - Bei Magix herrscht in mancherlei Hinsicht eine Unübersichtlichkeit. Z.B. findet man noch einen interessanten Titel unter -> Effekte (links) -> Designelemente -> Intros/Outros -> Kino Intro.

05. Titel zwischendrin. Wenn ein abrupter Themenwechsel im Film stattfindet, versuche ich, denselben mit einem Zwischentitel klarzustellen. Zwischentitel laufen bei mir gewöhnlich als “Bauchbinden”:  -> Titel -> Bauchbinden. Dort suche ich mir eine möglichst wenig stressige aus, z.B. Neutral 10 oder 11. Die Bauchbinden, der Anfangstitel und das Ende werden bei mir keinesfalls auf die Filmbilder draufgestülpt, wie das so üblich ist. (Ich hasse das!) Deswegen wird für die Bauchbinde erst mal die entsprechende Sekundenzahl auf der Timeline Platz geschaffen, sodaß sie schließlich auf einem schwarzen Hintergrund abläuft.

06. Rausschneiden, sanfter Übergang, Kreuzblenden. Es gibt gewöhnlich einige unansehnliche oder einfach nur unbelichtete Filmstellen, die man rausschneiden sollte. Das ist mit Magix natürlich eine pup-einfache Übung mit der ‘Rasierklinge’. Sodann ist es sinnvoll, manchmal weiche Übergänge zu schaffen, indem ein Stück Dunkelheit eingeblendet wird, das sich langsam innerhalb 1-2 Sekunden  aufhellt und zur nächsten Szene überleitet. Man zieht an einem linken oberen Punkt des ersten Bildes nach einer Rasierklingen-Szene - oder am rechten oberen Punkt vor einer Rasierklingen-Szene. Bei Naturaufnahmen fand ich die ‘Kreuzblende’ sehr sinnvoll, die bei Magix elegant gelöst ist, indem man das folgende Rasierklingen-Filmstück auf das vorhergehende 1-2 Sekunden draufzieht. Das bedeutet: man sieht noch ein langsam vergehendes Stück von der alten Szene und ein langsam stärker werdendes Stück von der neuen Szene, bis die neue Szene die Macht übernommen hat.

07. Ende setzen. Ich benutze dazu gerne den einen oder anderen verspielten 3D-Titel von Magix: -> Titel -> 3D -> Animiert (oder Gold oder Beleuchtung). Und ich schreibe dann damit  “Ende”, “Finito”, “The End” oder einfach “Schluß” - und zwar hinter dem Film und nicht auf die letzten Filmbilder.

08. Tonspur. Magix speichert den Film beim ersten Laden zusammen mit einer Tonspur auf der Timeline ab. Da ja bei einem tonlosen Super-8 Film diese Spur keine Funktion hat, wird sie gelöscht mit Hilfe des Schloßsymbols auf Spur 1 (womit Spur 1 gegen Löschen und sonstige Bearbeitung abgeriegelt wird). Diese Löschung sollte man übrigens schon ganz am Anfang machen - sozusagen als No.00, damit hier erst mal klar Schiff auf den folgenden Spuren hinter Spur 1 herrscht. - Nun kann man den Film mit einem eigenen Ton unterlegen. Man nehme hierzu die nächstbeste vollkommen freie Spur. Vielleicht hat der eine oder die andere ja ein Faible für  das typische Projektorrattern der alten Super-8 Projektoren? (siehe AKINO01.mp3 bei http://www.hoerspielbox.de/frameset.htm)

09. Den Film als mpg abspeichern. Als Zwischenlösung vor dem Finale speichere ich jetzt meinen avi-Film mit all diesen bisherigen Änderungen als mpg-Film ab. Das ist dann die Basis für den späteren DVD-VOB-Film. Und zwar mit folgenden Einstellungen: 720x576, Interlaced, 4:3, Video+Audio, Videobitrate 7500-8000 (ab 8500 ist Magix nach meiner Überprüfung nicht mehr zuverlässig), (höchste) Encoderqualität 15, konstante Bitrate. Audio: MPEG-Layer-2, Modus Stereo, Bitrate 320. Alternativ kann man auch Surround-Sound 5.1 herstellen.]

 

Das Folgende sind die Arbeitsschritte zum Herstellen einer DVD, die zum Abspielen auf einem üblichen DVD-Player geeignet ist. Die obige mpg-Datei wird jetzt in einem neuen Magix-Projekt geladen. Und evtl. werden nachher noch weitere solche schon bearbeitete mpg-Dateien geladen, wenn man mehrere voneinander getrennte Filme auf einer DVD haben will.

 

10. Kapitel bilden. Das ist bei Magix 1 Klacks. Man sucht sich eine betreffende Stelle - etwa ein definiver Szenenwechsel im Film - und klickt auf das Kapitel-Symbol, eine nach rechts wehende (schematische Pseudo-) Fahne im Mittelteil vom Magix-Bildschirm. Und schon ist das Kapitel gesetzt. Einfacher geht’s nicht. Dabei kommt es hier keineswegs drauf an, daß am Anfang ein schönes Bild oder überhaupt ein Bild ist (vielleicht der schwarze Anfang einer Bauchbinde), denn das ist eine weitere geniale Funktion von Magix: man kann sich die Bilder, die als Kapitelbild im Menü gezeigt werden sollen, nachher bei der Konstruktion des DVD-Menüs selber aussuchen. Sogar beliebige wildfremde Bilder kann man einsetzen.

11. Erstellen des DVD-Menüs. Nach meiner Erfahrung sollte man mit den Menüs nicht zu sehr rumexperimentieren. Man kommt sonst in Teufels Küche und die ganze viele vorhergehende Arbeit ist futsch. Folgende Menüvorlagen bevorzuge ich:

für 1-2 getrennte Filme: -> statisch -> Allgemein -> Holzbrett

für 3 getrennte Filme: -> statisch -> Freizeit & Hobby -> Kinofilm

für 4 getrennte Filme: -> individuell -> Allgemein -> Abgerundet.

Man gehe also von der Rubrik ‘Bearbeiten’ in die Rubrik ‘Brennen’ und suche sich das entsprechende Menü, z.B. “Holzbrett” aus. Man muß etwas rumjonglieren zwischen Vorschau und Bearbeiten - wobei man - wie gesagt, vom Bearbeiten möglichst die Finger lassen sollte. Die für mich wichtige eigene-Bild-benutzen-Funktion erhält man in in der Vorschau durch Doppelklicken auf das betreffende Bild oder den betreffenden Rahmen.

12. Einen nächsten Film in das Projekt integrieren. Man gehe von der Rubrik ‘Brennen’ wieder zurück in die Rubrik ‘Bearbeiten’. Dort sieht man in der Mitte links eine Filmspule: “Film zur Bearbeitung auswählen” -> den kleinen Pfeil rechts  anklicken -> neuer Film auswählen. Es erscheint ein Hinweis und man klicke auf “nicht schließen”. Jetzt kann man sich in dem Magix Explorer unter “Import” das betreffende Verzeichnis öffnen und die mpg-Datei runterziehen auf die Timeline. _ Anschließend bilde man wieder Kapitel-Fahnen, wie unter 10. beschrieben. Danach dann von der  Rubrik ‘Bearbeiten’ in die Rubrik ‘Brennen’. Man ist überrascht: der zweite Film ist schon in das beim 1. Film ausgewählte Menü mitsamt seinen eigenen Unterkapiteln integriert.

 

13. Brennen. Man sollte evtl. unterscheiden, ob man nur eine Disk brennen will oder mehrere. Im letzteren Falle kann man sich ein ISO-Image ‘brennen’ lassen, das man dann später jederzeit wieder verwenden kann. (Kann man natürlich bei den Vob-Dateien auch, wenn man weiß wo die sich auf dem Computer versteckt haben).

Eine Disk:

Erstens: DVD Rohling einlegen. Dann Klick auf Brennen (rechts) -> DVD auswählen. Zweitens: es erscheint neues Fenster “Disc für DVD-Player brennen”.

Drittens: Wenn Magix die Disc akzeptiert, lohnt sich ein Blick in die Encoder-Einstellungen. Hier wird jetzt (etwas eigenartiger Weise) eine Bitrate von 7820 angegeben, was aber ganz in meinem Sinne ist. Auch Qualität 15 entspricht voll meinen Wünschen. Sodann “Smart Rendering” ist gehakt - ebenfalls sinnvoll, denn weil die Filme ja schon mal von Magix gerendert wurden, werden jetzt nur die paar kleinen Veränderungen (z.B. Kapitelbildung) gerendert. Auch daß kein Interlace-Filter benutzt wurde, ist wahrscheinlich korrekt. Ich kann das also alles unterschreiben.

Viertens: Optionen. Wichtig ist “DVD-kompatibel 1 GB”. - Überprüfung der DVD - why not? Außerdem muß eine RW-DVD “komplett formatiert” werden. Jetzt kanns also losgehen. Drücke auf den Button “Brennvorgang starten”.

Mehrere Disks:

Die Sache mit dem ISO-Image wird folgendermaßen gehandhabt:

A. Magix. -> Brennen -> DVD -> oben bei Brenner -> Image Recorder auswählen -> Namen bestimmen (etwa: DVD-No-07) -> wenn Abfrage kommt: eingeben “alles encodieren”. Die ISO-Datei wird standardmäßig in dem Projekt-Order im Verzeichnis “Disc Images” abgespeichert, sie lautet dort “DVD-No-07.iso”. (Man kann diese Datei auch sonstwo nach eigenem Gusto abspeichern) Nach dem sog. ‘Brennen’ erscheint eine Meldung “Brennen erfolgreich abgeschlossen”. -> ok drücken -> schließen.

B. Nero. -> starten -> Nero Express starten -> “Image, Projekt, Kopie” anklicken -> sodann “Disk Image oder gespeichertes Projekt” anklicken -> das obige Magix-Verzeichnis “Disc Images” auswählen -> dort die Datei “DVD-No-07.iso” auswählen. -> dann Anzahl der Kopien festlegen. - Beim Ashampoo-Brennprogramm Version 9 (das ich mittlerweile gegenüber Nero bevorzuge) ist die Sache noch einfacher. Hier kann man - übrigens im Gegensatz zu Nero - die Brenngeschwindigkeit einstellen. Nero 7 nimmt einfach die volle Brenngeschwindigkeit (z.B. 16x), ich dagegen bevorzuge aus Sicherheitsgründen lediglich die halbe Geschwindigkeit (also z.B. 8x statt 16x).

 

14. Cover erstellen. Das DVD-Inlet in der Slim-Case-Hülle besteht bei mir aus 12x12 cm großem, hochglänzendem, reinweißem Fotopapier in der Stärke 180g/m². Dadurch kriege ich alle Farben in einwandfreier Qualität und ziemlich genau so wie sie sein sollen auf das Cover. Außerdem ist durch die Steifheit des hochgewichtigen Fotopapiers das Inlet sehr stabil in seinem Rahmen und rutscht nicht so schnell raus, wie das bei dünnerem Papier der Fall ist (das man dann am besten am Rand ein bißchen mit Tesa befestigt). - Ich benutze gerne ein markantes Foto aus dem Filminhalt. Das Bild ist 7 cm hoch, damit noch 5 cm Platz für den sonstigen Text bleiben. Das Cover kann man beispielsweise mit OpenOffice-Writer oder mit Winword als Tabelle mit 3-4 Zeilen und 1 Spalte produzieren. Oder man nimmt ein markantes Foto als durchscheinendes Hintergrund-Bild (“Wasserzeichen”) und hat somit Platz für eine Tabelle mit etlichen Textzeilen. Auf ein DIN-A4-Blatt gehen genau 2 solcher Cover.

 

 

Hier gehts zur Fortsetzung (3) Super-8: Wie verfahre ich mit den abgespeicherten Einzelfotos?

 

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